Falk Wendrich meldet sich nach Verletzung stark zurück

Für den Hochspringer Falk Wendrich zählen neben einer guten Technik in erster Linie Schnelligkeit im Anlauf und Sprungkraft, doch oft sind bei dem Topathleten des LAZ Soest auch ganz andere Eigenschaften gefragt. Nicht das erste Mal musste sich Wendrich in den zurückliegenden Wochen und Monaten mit einer Verletzung herumplagen, die von ihm vor allem Geduld und Durchhaltevermögen erforderten.

Begonnen hatte die Misere im März im Südafrika-Trainingslager, aus dem die nationale Nummer eins des Jahres 2025 und der aktuelle Deutsche Hallenmeister mit mysteriösen Rückenbeschwerden in die Börde zurückkehrte. „Ich konnte zwischenzeitlich nicht einmal leichte Laufkoordination durchführen. Ein MRT war unauffällig“, erinnert er sich an die Zeit vor gut zwei Monaten. Aber wer sonst, wenn nicht Falk Wendrich selbst hätte mit dieser misslichen Situation überhaupt umgehen können.

Der 30-Jährige tat das einzig Richtige: Er fühlte in sich hinein und tastete sich langsam, peu a peu, mehr und mehr in intensivere Trainingsbelastungen hinein. Als erfahrener Athlet, der in seiner langen Karriere schon Verletzungen jeglicher Art überstehen musste, schaffte er es auch diesmal, nach zahlreichen Wochen mit teilweise nur minimalen gesundheitlichen Fortschritten, wieder die Form zu finden, um ins Wettkampfgeschehen einzugreifen. Und das tat der Soester beim 16. Sparkassenmeeting in Osterode mit seinem Sieg mit 2,17 Metern mit Bravour.

„Wenn man 2,17 Meter auf dem Papier liest, könnte man vermuten, dass ich mit der Höhe unzufrieden bin“, sagt Wendrich. Aber genau das Gegenteil sei der Fall. „Der Wettkampf war nicht einfach. Bei jedem Sprung hat die Latte gewackelt, auch schon bei der Anfangshöhe von 2,04 Metern“, berichtet er. Als dann Regen einsetzte, entwickelte der LAZ-Athlet enormen Kampfgeist. Da sein größter Konkurrent, Raa Erlend Bolstad aus Norwegen, wie er die 2,13 Meter übersprungen hatte, aber im Gegensatz zu ihm, Wendrich konnte 2,09 Meter erst im zweiten Versuch meistern, bis dahin fehlerfrei geblieben war, waren die 2,17 Meter anschließend zwingend nötig. Nachdem Bolstad drei Mal an dieser Höhe scheiterte, schwang sich Wendrich im dritten und letzten Durchgang erfolgreich über die Latte. Damit hat sich der Soester auf Anhieb hinter Tobias Potye (Munich Athletics) an Position zwei der aktuellen Deutschen Bestenliste gesetzt.

Entsprechend glücklich und zufrieden zeigte sich Wendrich nach dem Wettkampf. Leichtigkeit und Technik seien nach dem verletzungsbedingten Trainingsrückstand und der schwierigen Vorbereitung zwar noch nicht wieder auf hohem Niveau, doch „bin ich jetzt wieder nahezu schmerzfrei“. „Vor allem nehme ich mit, unter hohem Wettkampfdruck die aktuell maximal mögliche Leistung herausgeholt zu haben“, so Wendrich. hab