Am Anfang stand ein Satz der damals 15-jährigen Annika Straub. „Irgendwie macht das Wegwerfen Spaß“. Die junge Leichtathletin des LAZ Soest hatte in Oelde gerade ihren ersten Hammerwurfwettkampf mit einer Weite von 26,51 Metern absolviert und Gefallen an der für sie neuen und weitgehend unbekannten Disziplin gefunden. Antwort von Trainer Ralf Reinhard: „Dann beschäftige ich mich mal ein wenig damit“. Das war im Herbst 2015 die Geburtsstunde des Hammerwurfs in der Bördestadt.
Doch zunächst musste die Gruppe, neben Annika Straub gehörten auch Jana Klee, Antonia Böttiger und Leah Rogge zum kleinen Wurfteam, ihren neuen Sport unter primitiven Bedingungen ausüben. Gerade mal zwei Hämmer standen zunächst zur Verfügung und geworfen wurde in der hintersten Ecke des Sportgeländes am Schulzentrum aus einem alten Kugelstoßring. Ohne Sicherheitsnetz war es für alle Beteiligten nicht ungefährlich. Um niemanden zu verletzen, war bei jedem Wurf äußerste Vorsicht und kontrolliertes Vorgehen angesagt. Aus heutiger Sicht kaum vertretbare Zustände.
Dank des großen Engagements der Kuchenmeister GmbH, der Firma Lehde und der Soester Stadtverwaltung änderte sich diese Situation im Jahr 2019 grundlegend. Seitdem besitzen die Sportler einen modernen Hammerwurfkäfig, der im Abwurfbereich mit bis zu zehn Meter hohen Schutznetzen selbst höchsten Ansprüchen genügt und eine sichere Ausübung des Hammerwurfs erlaubt. Der geräumige Käfig ist so konzipiert, dass durch einen zweiten Wurfring auch der Diskuswurf möglich ist.
Unter diesen optimalen Trainingsbedingungen entwickelten sich die Leistungen enorm und Soest wurde zu einem Zentrum des Hammerwurfs in Westfalen. Mit den Werfern des SuS Olfen lieferten sich die LAZ-Aktiven fortan spannende Auseinandersetzung um die Vormachtstellung im Verbandsgebiet; und gingen nicht selten als Sieger aus dem Wurfring. Die Bilanz der Bördestädter kann sich sehen lassen. Bisher überboten mit Annika Straub, Nia Ferige, Margareta Böttiger und Sandra Straub sogar vier Athletinnen die Qualifikationsnorm für die deutschen Meisterschaften. Sandra Straub (W45) 2022 als Bronzemedaillengewinnerin, Margareta Böttiger (W50) in den Jahren 2023 und 2024 als jeweils Sechstplatzierte und Nia Ferige (W15) mit Platz sechs 2025 schafften in ihren Altersklassen den Sprung in die nationale Spitzenklasse. Insgesamt weist die Statistik 14 DM-Normen aus. Überragend auch die Ausbeute bei den Westfalen- und NRW-Titelkämpfen, wo bisher stolze 31Goldmedaillen gewonnen wurden.
Die mittlerweile auf 17 aktive Hammerwerferinnen und Hammerwerfer angewachsene Gruppe des LAZ Soest will sich aber keineswegs auf den bislang erzielten Erfolgen ausruhen und ist weiterhin im gesamten Bundesgebiet für ihren Sport unterwegs. An diesem Freitag eröffnen 10 von ihnen die Saison bei einem Wettkampf im niederländischen Enschede. hab


