Sie sind jedes Jahr ein fester Termin im Sportkalender der Stadt. Bei den Stadtmeisterschaften am Sonntag kommt die komplette heimische Leichtathletikfamilie von den jüngsten U8-Kindern bis zu den Masters (ab M/W30) zusammen. Auf den Anlagen des Schulzentrums an der Geschwister-Scholl-Straße stehen ab 10 Uhr traditionell die Mehrkämpfe (Drei- und Vierkampf) sowie Mittelstreckenläufe über 800 Meter auf dem Programm. Außerdem werden Staffeln über 4 x 50 Meter, 4 x 75 Meter und 4 x 100 Meter ausgetragen. Der Weitsprung findet wegen der noch andauernden Sanierungsarbeiten auf der großen Multifunktionsfläche auf der benachbarten Anlage des Börde-Berufskollegs statt.
Eine Disziplin wird am Wochenende ganz besonders im Blickpunkt stehen. Hochsprung-Ass Falk Wendrich vom LAZ Soest tritt im Rahmen der Stadtmeisterschaften beim gleichzeitigen Soester Hochsprungmeeting an und möchte ähnlich wie ein Jahr zuvor an gleicher Stelle wieder für einen erfolgreichen Saisonabschluss sorgen. Seine damals erzielten 2,28 Meter waren 2025 wie ein Paukenschlag und der absolute Höhepunkt der Veranstaltung. Mit dieser Leistung schloss Wendrich das Wettkampfjahr als bester deutscher Hochspringer ab.
Seine aktuelle Bestmarke in diesem Jahr, das für ihn mit dem nationalen Titel in der Halle, der Vizemeisterschaft im Freien und der Qualifikation für die Europameisterschaften einige Highlights bescherte, steht bei 2,23 Metern, eine Höhe, die er am Sonntag gerne nach oben korrigieren würde. Seinen Auftritt bei der EM in Birmingham hat der Soester mittlerweile verarbeitet. Obwohl er dort im Vergleich zur Qualifikation im Finale nur eine niedrigere Leistung abliefern konnte, überwiegt bei dem 31-Jährigen insgesamt die Zufriedenheit über Rang 10 in Europa.
Die Zuversicht und die Überzeugung, dass auch jetzt „so viel mehr Höhe“ in seinem Körper steckt, zieht er insbesondere aus seinem Abschneiden mit 2,22 Metern beim internationalen Hochsprungmeeting am vorletzten Wochenende in Heilbronn. „Das Springen gegen die Weltklasse in Heilbronn war für mich der beste Wettkampf der Saison“, sagt Wendrich. Der Sprung über die 2,22 Meter sei enorm hoch gewesen. Bei 2,25 Metern habe er anschließend zu viel gewollt und sich leider beim Absprung „nicht mehr von oben getroffen“, sondern sei relativ „flach abgeflogen“.
An die Stadtmeisterschaften und den Wettkampf im vergangenen Jahr hat der LAZ-Athlet sehr gute Erinnerungen. Die Mischung aus familiärer und gleichzeitig gespannter Atmosphäre sei toll gewesen. „Ich hoffe, dass dieses Wochenende viele sportbegeisterte Menschen zum ConvoS-Sportplatz kommen“, sagt Wendrich. Er könne es natürlich nicht versprechen, aber eine Weltklasseleistung halte er durchaus wieder für möglich. hab


