Zwei völlig unterschiedliche Meetings auf der World Indoor Tour in Tschechien für Falk Wendrich: „Es war ein Wechselbad der Gefühle“, sagt der Hochspringer des LAZ Soest, der sich zuerst in Hustopece und drei Tage später in Trinec mit Weltklasseathleten duellierte. Aufregend sei es gewesen, zuerst gegen den Vize-Weltmeister und später gegen den Dritten der Weltmeisterschaften zu springen, ist Wendrich von seinen Einsätzen im östlichen Nachbarland begeistert.
In der südmährischen Weinstadt Hustopece setzte der 30-Jährige seinen Aufwärtstrend in der Hallensaison mit einer weiteren Steigerung fort. Nach zwei 2,18-Meter-Resultaten in Stockholm (Schweden) und Gorzow (Polen) ist der aktuell Führende der nationalen Bestenliste jetzt bei 2,21 Metern angelangt und hat seinen Vorsprung auf den derzeit zweitbesten Deutschen, Florian Hornig (2,12 Meter, Leverkusen), auf komfortable 9 Zentimeter vergrößert. Schon das Einspringen bei 2,15 Metern lief sehr gut für ihn. „Solche Höhen springe ich normalerweise nicht beim Aufwärmen, aber es sind jetzt Wettkämpfe der Weltklasse“, sagt Wendrich, dem auch die schnellen und hohen Steigerungen der Sprunghöhen gefielen. Nachdem er 2,21 Meter im zweiten Versuch gemeistert hatte, ging es sofort mit 2,25 Meter weiter, wo es im ersten Versuch richtig knapp gewesen sei, so der Soester. Er hält jetzt auch Höhen von über 2,25 Meter wieder absolut für möglich, trotz der schwierigen Begleitumstände mit seiner seit Jahresbeginn angeschlagenen Achillessehne.
Da er in Hustopece gut habe springen können und es auch keine spürbare Verschlechterung der Schmerzen in den Tagen danach gegeben habe, entschied sich Wendrich auch noch für den Wettkampf in der Industriestadt Trinec an der polnischen Grenze. Doch im Nachhinein sei es zu früh gewesen, musste er zugeben. „Es passierte der erste „Salto Nullo“ meines Lebens“, berichtete er. So riss Wendrich drei Mal seine Anfangshöhe von 2,12 Meter. Die Sehne habe sich insbesondere nach dem Einspringen mehr und mehr verschlechtert, sodass er halb bewusst, halb unbewusst auf den letzten Schritten abgebremst habe, nur noch steil gesprungen und von oben auf die Latte geknallt sei. Auch wenn ihm diese Höhe noch gelungen wäre, hätte er auf jeden Fall aus Vernunftgründen den Wettkampf beendet, ist er sich sicher.


