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Donnerstag, 26 März 2020 07:21

Falk Wendrich: "Olympia-Verschiebung war richtig"

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Falk Wendrich Falk Wendrich Foto: adh.de

Es war sein großer Traum für dieses Jahr: Ein Start bei den Olympischen Spielen in Tokio. Zu gerne wäre LAZ-Hochspringer Falk Wendrich bei dem wichtigsten Sportereignis der Welt dabei gewesen. Nun muss der 24-jährige Soester entschieden, dass es in diesem Jahr keine Olympischen Spiele geben wird. Wegen des Coronavirus hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Spiele auf das nächste Jahr verschoben - die richtige Entscheidung, meint Wendrich.

„Die olympischen Spiele zu verlegen ist die richtige Entscheidung und unumgänglich gewesen. Man konnte schließlich mitverfolgen, wie der Druck auf die Organisatoren ständig angestiegen ist. Es hätte auch das große Risiko bestanden, dass bei einem Treffen sehr vieler Menschen aus allen Winkeln der Welt, das Virus, wenn es denn bis zum Beginn der Spiele eingedämmt gewesen wäre, wieder hätte aufflammen können. Aus sportlicher Sicht hätte ich mir das Jahr 2022 gewünscht. Dann hätte es ein großes olympisches Jahr mit Winter- und Sommerspielen gegeben. Als Leichtathlet wird die Weltmeisterschaft 2021 verlegt werden müssen, der Weltverband hat schon Kooperation mit dem IOC zugesagt. Das gefällt mir nicht. Die Kombination von Europameisterschaften und olympischen Spielen finde ich passender. Die generelle Verschiebung aus sportlicher Sicht passt mir natürlich trotzdem gut und ich fühle mich erleichtert. Mein Trainingsprozess ist empfindlich gestört. Vor allem in meinem Fall, da ich sehr viele Techniksprünge in meiner jungen Karriere verpasst habe, kann ich mich nicht auf allgemeines Training im Wald oder zuhause beschränken um olympische Spiele zu erreichen. Ich bin nach nur einer Woche aus Südafrika abgereist, der Universitätsraftraum und das Leichtathletikstadion wurden geschlossen, mein Bundestrainer durfte auf Verbandsanweisung schon nicht mehr fliegen. Für alle anderen DLV-Athleten wurden schnellstmöglich Rückflüge gebucht und auch ich habe nach einer etwas längeren Bedenkzeit meinen eigentlich für den 10. April vorgesehenen Flug vorverlegt. Hier in Deutschland sind diverse Restriktionen sowieso in Kraft, die es Sportlern schwer machen, ihrer Berufung nachzugehen. Ein weiterer Punkt sind die ausgesetzten Dopingkontrollen. Das eh schon weltweit löchrige System an Überprüfungen vor den großen Wettkämpfen ist zurzeit durch die Maßnahmen zur Virusbekämpfung weiter geschwächt. Direkt im Anschluss die Spiele stattfinden zu lassen, würde Betrüger in ihrem unfairen Verhalten helfen. Ich wünsche mir, dass möglichst wenige Menschen an diesem Virus sterben und sobald die Krise hier überstanden ist, auch über andere gesellschaftliche Missstände gesprochen wird, die gravierende Konsequenzen und Todesfälle zur Folge haben und das diese mit mehr Willen zur Verbesserung angegangen werden. Dann können auch Kultur und Sport besser genossen werden.“ mo

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