Der Hunger auf Landestitel scheint bei den Sportlerinnen und Sportlern des LAZ Soest riesengroß zu sein. Nur eine Woche nach dem Gewinn von vier Mal Gold bei den Meisterschaften der Masters und den Westfälischen Hallenmeisterschaften I standen die heimischen Leichtathleten auch am zurückliegenden Wochenende beim zweiten und dritten Teil wieder vier Mal ganz oben auf dem Siegertreppchen. Acht Siege in einer Hallensaison bei Westfalenmeisterschaften: So etwas gab es bislang in der Vereinsgeschichte noch nie.
Dabei hätte diesmal durchaus noch ein weiterer Titelgewinn herausspringen können, wenn LAZ-Sportler Rafael Hesse nicht ein Opfer der Unzuverlässigkeit der Deutschen Bundesbahn geworden wäre, als er am Samstag bei der Anreise mit seiner Vereinskameradin Nia Ferige und Trainer Ralf Reinhard unfreiwillig im Bahnhof von Unna hängenblieb. Hesse verpasste dadurch seinen Start im Weitsprung der M15, wo ihm als Mitfavorit gute Chancen auf den Sieg eingeräumt wurden. Doch die Enttäuschung war bei dem Mehrkampftalent schnell wieder verflogen und Hesse hatte noch am selben Tag Grund zu jubeln. In einer spannenden Konkurrenz im Kugelstoßen, in der er lange auf Platz zwei lag, katapultierte er sein Arbeitsgerät im sechsten und letzten Versuch auf eine neue persönliche Bestleistung von 13,81 Meter und holte sich Westfalen-Gold vor Ben Krome (LG Lippe-Süd, 13,60 Meter).
Wenige Stunden zuvor hatte sein Vereinskamerad Michel Bottin schon zum ersten Mal für Freude im Soester Team gesorgt Der M14-Athlet wurde seiner Favoritenrolle im 60-Meter-Hürdensprint gerecht, besaß im Finale aber mit Dauerkonkurrent Leonas Czeranka vom TV Werne einen starken Gegner, der ihn voll forderte. Im Ziel lag Bottin in 9,58 Sekunden genau 8 Hundertstel vor Czeranka, der den Soester vor einem Jahr bei den Titelkämpfen der U14 in Paderborn um eine Hundertstel besiegen konnte. Einen Tag später gewann der Archigymnasiast noch einen weiteren Titel. Im Stabhochsprung meisterte er 2,70 Meter und nahm gemeinsam mit Konrad Marcus von der LG Brillux Münster, der ebenso, ohne vorherigen Fehlversuch die gleiche Höhe schaffte, Urkunde und das Meisterschaftsabzeichen mit dem Westfalenpferdchen entgegen. Das vierte Gold für das LAZ Soest ging an U20-Athletin Mia Vollmer, die wie schon drei Wochen zuvor in Clarholz erneut im Hochsprung 1,68 Meter überflog und erst an der DM-Qualifikationshöhe von 1,71 Metern scheiterte. Wie Bottin beim Stabhochsprung, gab es auch hier am Ende zwei Siegerinnen. Auf der obersten Stufe des Siegerpodestes freute sich die Scheidingerin zusammen mit Sophia Janning von der LG Coesfeld über den Titelgewinn.
Zur ausgezeichneten Bilanz des LAZ Soest in Dortmund gehörten weitere drei Medaillengewinne im Hochsprung. Besonders knapp ging es in der W14-Konkurrenz zu, wo sich Greta Karsten bei Höhengleichheit und erstklassigen 1,62 Meter nur Olivia Altmann (SuS Oberaden) geschlagen geben musste, die diese Höhe auf Anhieb meistern konnte, während Karsten zwei Versuche benötigte. Mit ihren vor drei Wochen erzielten 1,63 Metern bleibt die junge LAZ-Sportlerin aber nach wie vor Führende in der nationalen Bestenliste. Die Vizemeisterschaft stand am Ende auch für Rafael Hesse zu Buche. Er unterlag mit übersprungenen 1,74 Metern dem Werler Ben Pathmann (1,77 Meter). Mit einer erneuten Steigerung auf 1,67 Meter setzte Nia Ferige ihren seit Wochen andauernden Aufwärtstrend eindrucksvoll fort und gewann als beste Springerin des jüngeren U18-Jahrgangs mit 1,67 Metern Bronze. Tags zuvor hatte die Enserin über 60-Meter-Hürden ebenfalls mit einer Bestzeit (Vorlauf: 9,37 Sekunden, Finale: 9,22 Sekunden) überzeugt. Höchst bemerkenswert, hatte Ferige doch wegen des zuvor beschriebenen Malheurs mit der Bahn bei der Anreise nach Dortmund erst wenige Minuten vor dem Start zum Hürdensprint-Vorlauf die Helmut-Körnig-Halle erreichen können.
Über neue persönliche Bestzeiten freuten sich Josefine Zickau (W14) mit 9,83 Sekunden über 60-Meter-Hürden und Matthis Eckhoff (m. J. U20) mit 7,34 Sekunden im 60-Meter-Sprint. hab
Weitere Ergebnisse: Marlene Soer (W15): Hochsprung 1,46 Meter; Jonas Dorenkamp (m. J. U20): Stabhochsprung 3,90 Meter.


