Auf seinen Auftritt hatten sich nicht nur die Sportlerinnen und Sportler des LAZ Soest gefreut. Beim traditionellen Internationalen Hochsprungmeeting in Herzebrock-Clarholz war Sprungass Falk Wendrich schon seit langem groß angekündigt worden. Doch die deutsche Nummer eins der Männer des Jahres 2025 musste aus gesundheitlichen Gründen passen. Eine schmerzende Achillessehne verhinderte einen Start des Soesters bei seinem Lieblingsmeeting.
Am Ende eines langen Wettkampftages in der Sporthalle der Wilbrandschule sorgten aber fünf LAZ-Nachwuchsspringer auch ohne ihren Topathleten für eine hervorragende Bilanz. Ein Sieg, ein zweiter, zwei dritte und ein vierter Rang sowie drei persönliche Bestleistungen
bedeuteten wie im Jahr zuvor wieder Platz eins in einer inoffiziellen Vereinswertung. Doch der Reihe nach: Als erste im Einsatz war um 10 Uhr U18-Sportlerin Nia Ferige. Mit 1,63 Metern steigerte die Enserin ihren eigenen Rekord aus der zurückliegenden Freiluftsaison um einen Zentimeter und landete im Gesamtklassement auf Rang drei. Auch Mia Vollmer konnte im anschließenden U20-Wettkampf jubeln. Als die Scheidingerin in ihrem dritten Versuch die Sprunglatte bei einer Höhe von 1,68 Metern sicher überflog, war die Freude riesig. Lange hatte Vollmer auf diesen Moment gewartet, liegt die alte Freiluftbestleistung der 18-Jährigen von 1,65 Metern doch bereits einige Zeit zurück und stammt aus dem Sommer 2024. Erst bei 1,71 Metern, der Qualifikationshöhe für die Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen, war für sie Endstation. Mit der neuen Bestmarke von 1,68 Meter liegt Vollmer zusammen mit Lyra Okpara (SV Brackwede) höhengleich auf Platz eins der aktuellen westfälischen Hallenbestenliste.
Besonders spannend und mitunter dramatisch ging es beim gemeinsamen Springen der männlichen und weiblichen Jugend U16 zu, dass um 17 Uhr als letzter Wettbewerb des Tages begann. Vom LAZ Soest waren Marlene Soer (W15), Rafael Hesse (M15) und Greta Karsten (W14) am Start. Marlene Soer belegte Platz drei und stellte mit übersprungenen 1,52 Metern eine persönliche Hallenbestmarke auf. Sie blieb lediglich zwei Zentimeter unter ihrer besten Leistung von 1,54 Metern aus der Freiluftsaison. Einen packenden Zweikampf lieferte sich Rafael Hesse mit seinem Werler Konkurrenten Ben Pathmann. Bei 1,62 Metern drohte für Hesse bereits das Ende des Wettkampfes, als er erst im dritten und letzten Versuch erfolgreich war. Anschließend war es Pathmann, der für 1,76 Meter drei Sprünge benötigte, während der LAZ-Sportler die Höhe auf Anhieb meisterte und damit seinen „Hausrekord“ aus 2025 egalisierte. Danach war jedoch Schluss für den Soester. Pathmann gewann am Ende mit 1,81 Metern und führt damit aktuell die Landesbestenliste Westfalens vor Hesse an.
War das Duell Pathmann gegen Hesse bei der M15 schon sehr spannend, so kann man das Duell von Greta Karsten mit den Konkurrentinnen Olivia Altmann (SuS Oberaden) und Marlene Nickel (VfL Bochum) in der Altersklasse W14 durchaus als dramatisch bezeichnen. Gleich zweimal, bei 1,57 Meter und 1,60 Meter stand die Soesterin schon kurz vor dem Aus, schaffte aber die Höhen beide Male auf den letzten Drücker, sprich im dritten Anlauf. Zu diesem Zeitpunkt führten Althaus und Nickel aufgrund der geringeren Anzahl an Fehlversuchen die Konkurrenz an. Doch die beste deutsche W13-Hochspringerin des vergangenen Jahres bewies in dieser Situation enormen Kampfgeist und wollte sich nicht geschlagen geben. Als 1,63 Meter auflagen, überflog sie diese Höhe sicher im ersten Versuch und stellte damit gleichzeitig eine neue nationale Jahresbestleistung für die Altersklasse W14 auf. Althaus und Nickel konnten nicht mehr kontern. Greta Karsten hatte sich damit im richtigen Moment gegen eine mögliche Niederlage gestemmt und ihren Erfolg aus dem Vorjahr eindrucksvoll wiederholt. hab


